Vier große Siebe...

Der Baugrund auf dem künftigen Hafenareal am Teltowkanal gilt als schwierig: Teer, Schutt und anderer Müll sind bei Untersuchungen gefunden worden. Aber auch der Bau des Teltowkanals vor über 100 Jahren hat den Boden verändert. Landrat Ernst von Stubenrauch ließ seinerzeit den nahen Schönower See mit dem Aushub für den Kanal zuschütten - so kommt es, dass sich auch getrockneter Seeschlamm in Form von feinem schwarzen Sand im Boden finden lässt.

Zu einer der größten Herausforderungen beim Bauvorhaben Marina zählt deshalb heute die umweltfreundliche Reinigung und Entsorgung des Bodenaushubs. Außerdem gilt es, einen stabilen Baugrund zu schaffen.

Für das geplante Hafenbecken und die umliegenden Gebäude müssen an 146 Bautagen je 300 Kubikmeter Boden bewegt werden - das entspricht mehr als 30.000 gefüllten Eimern am Tag oder täglich über 28 großen Lkw-Ladungen.

Um den teilweise nassen Boden zu säubern und zu trocknen, werden unweit der Baustelle zunächst vier gewaltige Siebanlagen gebaut. Jeder der vier Polder kann bis zu 900 Kubikmeter Boden fassen, also den Aushub von drei Tagen. Ein Aktivkohlefilter reinigt den gesiebten Boden, das Wasser wird aufgefangen. Anschließend werden Proben genommen. Sollten Boden und Wasser weiterhin Schadstoffe enthalten, werden sie fachgerecht entsorgt. Sauberer Boden wird anderenorts auf dem Hafenareal wieder aufgeschüttet.

Der Reinigungsprozess wird vom Abfallbeauftragten des Landkreis Potsdam-Mittelmark ständig überwacht, der Aushub von Archäologen und dem Kampfmittelräumdienst begleitet. Sind die Arbeiten abgeschlossen, werden die vier großen Siebe abgebaut.

Wie kommt das Wasser in den Hafen?

Um das Hafenbecken von Teltows neuer Marina zu füllen, ist keine Wasserleitung nötig. Das Becken wird sich schon während der Bauarbeiten nach und nach von unten her selbst mit Wasser füllen. Dabei handelt es sich um Wasser aus den umliegenden Bodenschichten. Insgesamt sieben Meter müssen sich die Bagger am Rande des Teltowkanals in die Erde graben. Bereits nach 2,5 Metern wird das erste Wasser im Hafenbecken zu sehen sein – obwohl der Durchstich zum Kanal erst später erfolgt.